Als digitaler Nomade weltweit leben und arbeiten [oDesk Umfrage]

Weltweit arbeiten als FreelancerEine neue oDesk Umfrage zeigt, dass sich das digitale Nomadentum fortsetzt. 74% der befragten Fachkräfte haben ihr Berufsleben so verändert, dass sie weniger als bisher an einen räumlich festgelegten Arbeitsplatz gebunden sind; 79% der digitalen Nomaden gaben an, dass sie ihr Leben lang Nomaden bleiben werden

Einer der führenden Plattformen für Online-Arbeit, oDesk, hat vor kurzem die Ergebnisse einer neuen Umfrage mit dem Titel „ Digitale Nomaden: Eine Revolution der Freiheit im Arbeitsleben“ bekannt gegeben.

In Zeiten, in denen der Einsatz von Technologien Fachkräften ermöglicht, sich von den Zwängen standortgebundener Arbeitsplätze zu befreien, bestätigt die Umfrage einen Anstieg bei den sogenannten „digitalen Nomaden“. Digitale Nomaden sind Menschen, die ihr Leben wie ein Abenteuer leben und die Arbeit mit sich nehmen, wohin sie auch gehen.

oDesk Umfrage zu digitalem Nomadentum 

Die Umfrage wurde unter 847 oDesk-Kunden, die sich sowohl aus Unternehmen als auch Freelancern zusammensetzen, durchgeführt. Die Stichprobe wurde aus der oDesk-Datenbank gezogen und auf englischsprachige Länder begrenzt, um sicherzustellen, dass die wesentliche Terminologie (wie z. B. “Digital Nomad”) verstanden wird. Alle Fachkräfte wurden online unter Verwendung von SurveyMonkey befragt und waren in den vergangenen 180 Tagen auf dem oDesk-Online-Arbeitsplatz aktiv.

Die wesentlichen Umfrageergebnisse zeigen:

  • Abnehmende Bindungen an derzeitige Büros: Nahezu drei Viertel (74%) der Befragten veränderten sich beruflich, um weniger von einem standortgebundenen Arbeitsplatz abhängig zu sein.  67% nahmen eine Tätigkeit als Freelancer auf, 34% gründeten ein virtuelles Unternehmen oder Team.
  • Steigende Zufriedenheit: 92% gaben an, durch die geringere Bindung an einen standortgebundenen Arbeitsplatz zufriedener zu sein (6% gaben an, keine Veränderung zu spüren, und 2%, dass sie unzufriedener seien).
  • Ein Anstieg bei den digitalen Nomaden: 39% gaben an, sich jetzt als digitale Nomaden zu betrachten. Von diesen gab fast die Hälfte (45%) an, erst im letzten Jahr Nomade geworden zu sein.
  • Ein nachhaltiger neuer Lebensstil: Digitale Nomaden verzeichnen ein wachsendes Einkommen (59%). 17% gaben an, nach dem Wechsel ins „Nomadentum“ keine Einkommensveränderung festgestellt zu haben, und 24% berichteten, dass sich ihr Einkommen verschlechtert habe. 79% teilten mit, dass sie damit rechnen, für den Rest ihres Berufslebens digitale Nomaden zu bleiben.

Ein auf dem Blog von oDesk erschienener Film über digitale Nomaden (englischsprachig) veranschaulicht die Ergebnisse der Umfrage:

 

Technologien unterstützen die berufliche Freiheit

Mehr als 90% der befragten Fachkräfte stimmten zu, dass “Technologien es einfacher machen, dort zu arbeiten, wo man möchte“, und 82% stimmten überein, dass „das Internet uns die Freiheit gibt, unser Leben so zu leben, wie wir es wollen“ (im Vergleich zu: „Wo wir sein müssen, um zu arbeiten“).

Heutzutage verfügen circa drei Milliarden Menschen weltweit über einen Online-Zugang. Dieser Zugang schafft für die Menschen eine noch nie dagewesene Gelegenheit, unabhängig von ihrem jeweiligen Aufenthaltsort zusammenzuarbeiten. Dieser Möglichkeit folgt auch berufliche Eigenständigkeit: 81% stimmten zu, dass sich Menschen hinsichtlich ihrer Arbeitsweise vermehrt Flexibilität erhoffen.

In der Tat hat eine frühere Umfrage von oDesk ergeben, dass eine große Anzahl von Menschen derzeit plant, ihre Anstellung zu kündigen, um vollständig unabhängig zu sein (72% der Befragten, die eine Tätigkeit als Freelancer aufgenommen hatten, gaben an, dass sie ihre „regulären“ Anstellung aufgeben möchten, und 61% berichteten, dies innerhalb von zwei Jahren zu beabsichtigen). 

Was sind digitale Nomaden?

Fast 40% der Befragten gaben an, sich selbst bereits als digitale Nomaden zu sehen. Um ein gleichartiges Verständnis zu erreichen: „Digitale Nomaden“ wurden in der Umfrage als Personen beschrieben, die „versuchen, das Leben als Abenteuer zu leben, die lieber die Arbeit mit sich nehmen als sich von der Arbeit den Lebensweg vorschreiben zu lassen, die typischerweise gerne reisen und die sich von einigen Beschränkungen traditioneller Arbeit befreit haben.“

“Ich habe einen enormen Anstieg an standortunabhängigem Arbeiten im letzten Jahr beobachtet“, sagt Shawn Matthews, Chief Creative Office bei Tractive West, eine Videoproduktionsagentur und Schöpfer des Films über digitale Nomaden. „Aufgrund dieser Bewegung ergab sich für mich die Möglichkeit mit einer komplett virtuellen Filmcrew zu arbeiten.“

Kein Blick zurück

Zusätzlich zu dem allgemein höheren Einkommen und dem zufriedeneren Dasein haben die Ergebnisse auch gezeigt, dass diejenigen, die ihr Berufsleben verändert haben, um weniger an einen räumlich festgelegten Arbeitsplatz gebunden zu sein, ihre Produktivität erhöht haben (79% gaben an, sie seien produktiver – verglichen mit 13%, die keine Änderung verspürten, und 9%, die angaben, weniger produktiv zu sein).

„Man lässt seinen Büroarbeitsplatz schnell hinter sich, vernachlässigt aber keinesfalls die Karriere“, sagt Matt Cooper, oDesk Vice President of International. „Ich treffe digitale Nomaden, wenn ich um die Welt reise, und es ist klar, dass diese Menschen erfolgreicher und produktiver denn je sind, da sie ihr selbst gestaltetes Abenteuer leben und nicht an einen festen Arbeitsort gebunden sind.“

“Meiner Meinung nach wird dies in 10 Jahren absolute Normalität sein”, meint Jay Shapiro, CEO von Infinite Monkeys. Er leitet das virtuelle Unternehmen, während er die Welt bereist. „Es gibt so viele Gründe, warum das Leben als digitaler Nomade eine großartige Art ist, zu arbeiten.“ 

 

 

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  • Jonas 10. Februar 2014

    Eine tolle Entwicklung. Nach der Definition von oben, würde ich mich inzwischen auch als digitaler Nomade bezeichnen. So bin ich im Moment im australischen Sommer, kann hier aber normal für meine deutschen Kunden arbeiten.

    oDesk-Freelancer sind aber natürlich auch eine Gruppe von Menschen, deren Job sich sehr gut für ortsunabhöngiges arbeiten eignet. Repräsentativ für die Bevölkerung ist die Umfrage also sicher nicht.

  • Sebastian 10. Februar 2014

    Hi Jonas,
    ja, die Bewegung wächst stetig an. Ich finde die Entwicklung rund um das Thema “digitales Arbeiten” super spannend.
    Echt cool zu hören, dass du gerade in Australien bist. Bist du zum Urlaub dort oder für längere Zeit? Ich war 2006 für ein Jahr da und hatte eine großartige Zeit.
    Beste Grüße aus der gleichen Zeitzone aber dem deutlich kälteren Shanghai 😉

  • Jonas 10. Februar 2014

    Ich bin erstmal für 3 Monate hier in Sydney. Wenn meine Freundin einen Job findet, es mit einem Arbeitsvisum klappt und es uns hier nach wie vor gefällt, bleiben wir vielleicht auch länger.

    Shanghai ist aber auch nicht schlecht. Ich hab mich schon gewundert, wer um die Zeit Kommentare beantwortet 😉

  • Sebastian 10. Februar 2014

    Ja, die Zeitzone kann sowohl von Vorteil als auch von Nachteil sein.
    Wir spielen derzeit auch mit dem Gedanken, für eine Weile nach Australien zu gehen. Mit dem Work&Travel Visa würde es für das erste Jahr auch ganz gut klappen, danach wird es jedoch ohne Festanstellung schwer. Wie sieht dein Plan für das Visum aus? Soweit ich weiß gibt es neben dem Work Visa nur das Investment Visa, oder?

    • Jonas 10. Februar 2014

      Also im Idealfall bekommt meine Freundin eine Festanstellung mit gesponsortem Arbeitsvisum, da kann ich dann mit rein. Alternativ gibt es noch das Skilled Independent Visum. Da muss man einen gefragten Job haben, jung sein, gut Englisch können etc. Da gibt es so ein Punktesystem.

      Sag Bescheid, falls eure Pläne konkreter werden und du noch Fragen hast!

      • Sebastian Kühn 10. Februar 2014

        Vielen Dank für die Info. Dann wünsche ich euch beiden viel Erfolg.

  • Dag-Detlef Reinert 24. April 2014

    Das Thema hat mich gleich angesprochen, da ich seit 4 Jahren in Spanien meine “Zelte” aufgeschlagen habe, mich hier sehr wohl fühle und wohl auch vorerst bleiben werde. Aber Spanien ist natürlich nicht mit australien oder Shanghai zu vergleichen. War sehr überrascht, dass Du deinen Blog von Shanghai aus betreibst. Aber Suuuper. Weiter so – auf die digitalen Nomaden!

    Dag

  • Abidin 6. September 2015

    Das ist ein gut geschriebener Beitrag.
    Meiner Meinung nach sind digitale Nomaden “die Menschen 2.0 des 21. Jahrhunderts”.
    Wir leben heutzutage in einer Zeit, wo immer mehr normale Arbeit von Computern und Robotern erledigt werden. Dementsprechend wächst die Zahl an Arbeitslosen stetig an.
    Diese Entwicklung wird im Jahr 2050 dazu führen, dass mehr als eine Milliarde Menschen notgedrungen zu Freelancern werden müssen, die ihre Arbeitskraft den Unternehmen nur für sehr kurze Perioden (ein paar Wochen lang) anbieten werden.
    Finanzielle Sicherheit sieht da anders aus.
    Also ich möchte nicht in so einer düsteren Zukunft leben.
    Daher ist für mich der einzige Weg der des digitalen Nomaden.

  • Pascal 1. Oktober 2015

    Wir arbeiten auch mit vielen digitalen Nomaden zusammen und sind immer wieder begeistert 😉

    Wir können den Wachstum rasanten Wachstum an digitalen Nomaden nur bestätigen.

    Gruß