In 7 Schritten bessere Blogartikel schreiben

Jeder Hobbyblogger kennt das Sprichwort “Content is King” – der Inhalt bestimmt die Qualität eines Blogs. Sicher sind auch das Design, die Menüführung und technische Aspekte wichtig für einen guten Blog. Das Qualitätskriterium #1 sind aber definitiv die Artikel selbst. Sämtliche Maßnahmen der Suchmaschinenoptimierung und des Linkaufbaus sind umsonst, wenn der mühsam generierte Traffic auf inhaltslose Texte stößt. Deshalb gilt: die beste Methode, um Besucher auf die eigene Website zu bringen (auch aus SEO-Sicht), sind gut geschriebene und optimierte Blogartikel. Ich möchte in diesem Beitrag die Punkte aufführen, die ich für wichtig empfinde, um Schritt-für-Schritt einen guten Blogartikel zu schreiben.

Blogartikel schreibenViele Blogger schreiben aus dem Gefühl heraus, sobald eine gute Idee gefunden ist oder Mitteilungsbedarf besteht. Die emotionale Ansprache von Besuchern oder die Vertretung einer kontroversen Meinung, mag sicher für erfahrene Schreiber und gut besuchte Blogs funktionieren. Wenn du gerade mit dem bloggen beginnst, dann rate ich dir dabei eher systematisch vorzugehen. Nichts ist deprimierender als voller Tatendrang, den vermeintlichen Hammerartikel zu schreiben und dann festzustellen, dass es außer dir niemanden interessiert. Damit dies möglichst nicht passiert, probiere einfach mal beim Schreiben des nächsten Blogartikels, die folgenden Punkte zu berücksichtigen.

#1: Ein passendes Thema auswählen

Zunächst einmal sollte der Artikel zu dem Blog selbst und seinen Lesern passen. Überlege genau welche Themen, Fragen oder Probleme deine Zielgruppe beschäftigen. Oft sind das auch aktuelle Geschehnisse. Ich habe immer ein offenes Textdokument, in das ich interessante Themen schreibe, über die ich gerade gelesen habe. Vor dem Schreiben eines neuen Blogartikels überfliege ich dann die Ideen und treffe eine Auswahl. Danach macht es durchaus Sinn ein Keyword Tool (z.B. das kostenlose Google AdWords Keyword Tool) zu bemühen, um herauszufinden, wie andere Internetnutzer nach diesem Thema suchen. Das macht es später einfacher die richtigen Keywords in den Blogartikel einzubinden. Versuche den Artikel bereits vor dem Schreiben (zumindest gedanklich) zu strukturieren. 

#2: Einen unwiderstehlichen Titel wählen

Meiner Meinung nach ist die Überschrift der bei weitem wichtigste Teil des Blogartikels. Er entscheidet darüber, ob Leser auf den Link in den Google Suchergebnissen, bei Twitter oder im RSS-Reader klicken, oder eben nicht. Der Titel muss dem Leser vermitteln, dass er hier etwas Lernen kann, interessante Neuigkeiten vorfindet oder ihn positiv provozieren. Kurz gesagt: der Titel muss Lust auf mehr machen.

Ein Beispiel für einen Blogartikel der Mehrwert bietet, kann sein “Wie du ganz einfach deine Lesegeschwindigkeit verdoppelst”. Oder etwas kontroverses, dass dem Leser keine andere Möglichkeit gibt, als auf den Link zu klicken, z.B. “Warum Rauchen nicht schädlich für die Gesundheit ist”. Der Titel sollte aussagekräftig, jedoch nicht zu lang sein und bereits Keywords enthalten. Beachte hier: Priorität ist es menschliche Besucher für uns zu gewinnen und nicht die Suchmaschinen,.

#3: Eine Einführung schreiben, die neugierig macht

Nachdem sich ein Besucher über den Titel entschieden hat, den Blogartikel anzuschauen, liegt es an der Einführung, ob er weiterlesen wird oder die Seite verlässt. Der Teaser soll interessant und anregend sein, darf jedoch nicht zu viel vorwegnehmen. Wenn wir bei einem Krimi nach fünf Minuten den Mörder kennen, ist es schließlich auch unwahrscheinlich, dass wir ihn bis zum Schluss ansehen. Die Einleitung sollte klar machen worum es in dem Blogartikel geht und warum es wert ist, diesen von Anfang bis Ende zu lesen. 

#4: Relevanter Inhalt mit klaren Aussagen

Der Hauptteil des Artikels sollte den Versprechen aus dem Titel und der Einleitung gerecht werden. Im Inhalt sollten klare Fakten und nachvollziehbare Gedankengänge untergebracht sein. Kein allzu weites Ausschweifen und Wiederholen von Punkten. Eine Grundregel ist: Ein Gedanke pro Satz und eine Idee pro Absatz.

Der Inhalt sollte leicht verständlich sein, schliesslich ist es ein Blog und keine wissenschaftliche Arbeit. Achte darauf, dass der Fließtext durch Zwischenüberschriften, Bilder oder Aufzählungen aufgelockert und dadurch lesefreundlicher wird. Auch im Hauptteil sollten auf natürliche Art und Weise Keywords eingebunden werden, jedoch nicht auf Kosten der Lesbarkeit.

Wenn grenzwertige Informationen angegeben oder Thesen aufgestellt werden, sollten diese unbedingt belegbar sein. Das “Borgen” von fremden Inhalten ist völlig legitim, solange die Quelle angegeben wird. Generell können sinnvolle Verlinkungen die Qualität des Artikels aufwerten und im besten Fall zu Backlinks führen. 

#5: Qualitätskontrolle vor dem Veröffentlichen

Die Überprüfung des Blogartikels auf Rechtschreibfehler sollte sich von selbst verstehen. Neben der Rechtschreibung ist auch eine Kontrolle der Formatierungen von Bildern, Tabellen oder Aufzählungen empfehlenswert. Verrutschte Zeilen oder überlappende Fotos können schnell dazu führen, dass einem Besucher die Lust auf’s Lesen vergeht.

#6: Timing, Timing, Timing

Die Zeit, zu der ein Post veröffentlicht wird, kann besonders bei kleineren Blogs, über die Anzahl der Leser entscheiden (natürlich spielt es weniger eine Rolle, wenn genügend Stammleser vorhanden sind). Viele Leute lesen Ihre RSS-Reader, Twitter-Streams oder E-Mails am Morgen und am Abend. Abhängig vom Genre, in dem sich der Blog befindet, sollte auch der Wochentag berücksichtigt werden. Macht es beispielsweise Sinn am Wochenende zu bloggen? Fragt euch am besten selbst, wann Ihr andere Blogs lest und testet dann, zu welchen Zeiten die Besucherzahlen am höchsten sind.

#7: Nach der Veröffentlichung

Es gibt zahlreiche Optionen, um den Artikel zu verbreiten und damit Leser zu erreichen. Teile ihn in deinen Social Media Accounts und Bookmarking Services oder informiere deine Leserschaft über den Newsletter. Danach ist die Arbeit aber noch lange nicht getan, denn das “Leben” eines Blogartikels fängt nach der Veröffentlichung an. Leser hinterlassen Kommentare und teilen das Gelesene bestenfalls mit ihren Freunden. Das bietet gute Möglichkeiten zur Konversation und ermöglicht das Knüpfen eines Netzwerks.

Ich hoffe diese Punkte werden dir beim Schreiben des nächsten Blogartikels helfen. Für mich ist immer wichtig eine gewisse Struktur zu haben und nicht blind drauf los zu schreiben. Auch wenn das Bloggen aus Leidenschaft betrieben werden sollte, bin ich davon überzeugt, dass das strukturierte Vorgehen beim Schreiben einen Mehrwert hat – für den Schreiber und den Leser. Solltest du noch weitere wichtige Hinweise zum Schreiben eines Blogartikels haben, würde ich mich freuen wenn du diese teilst und dann mit in meine Sammlung aufnehmen. Viel Erfolg beim fröhlichen Bloggen.

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  • Rebecca Koch 21. April 2016

    Was ich auch wichtig finde: die richtige Lange wählen. Viele Leser lessen Blogs “mal eben zwischendurch”, erwarten aber dennoch guten Content. Der Blog sollte also nicht allzu lang sein, aber auch mehr Inhalt bieten als nur einfach Auflistungen. Habe erst gerade eben einen Blog gesehen “Die 10 besten Tools…” – und dann kam eine Auflistung der Namen der Tools ohne weitere Erläuterung oder Beschreibung – das ist zu wenig. Ich möchte aber auch nicht länger als 5-10 Minuten mit dem Lesen beschäftigt sein.

    Danke für die Tipps,
    Rebecca Koch von http://www.my-leadership.de