Für Blogger die wissen wollen was ihre Leser wirklich interessiert

Was interessiert deine Leser wirklich?Schreibst du regelmäßig gute Blogbeiträge und trotzdem halten sich die Besucherzahlen in Grenzen? Oft schätzen wir uns und unsere Arbeit falsch ein. Manchmal sind kleine Artikel, die wir “mal eben schnell” geschrieben haben viel populärer als jene, für die wir uns richtig ins Zeug gelegt haben.

Ich glaube das liegt an dem fehlenden Abstand zu unserer eigenen Arbeit. Natürlich machen wir das, was wir machen, mit einer großer Leidenschaft. Die gleiche Begeisterung für das Thema können wir jedoch nicht von jedem Leser erwarten.

Jeder Besucher deines Blogs handelt aus Eigennutz und ganz eigenen persönlichen Motiven. Er oder sie sucht Antworten, will ein Problem lösen oder unterhalten werden. Auch wenn ich kein Psychologe bin, will ich hier einige Anregungen geben, die dir hoffentlich dabei helfen, deine Zielgruppe besser zu verstehen.

Der Mensch ist ein Homo Oeconomicus

Du hast sicher schon von dem Modell des Homo Oeconomicus gehört. Es wird in der Wirtschaftswissenschaft genutzt, um rational denkende und handelnde Menschen zu beschreiben. Das ist nicht mit Egoismus zu verwechseln, sondern meint unser ständiges Streben nach einem maximalen Nutzen.

Das Modell besagt, dass wir uns nach der Abwägung von Alternativen für die Option entscheiden, die uns am sinnvollsten erscheint. Ein Beispiel: Vor dem Kauf eines neuen Smartphones bin ich bereit 2 Stunden Recherche zu betreiben, bis ich das subjektiv beste Preis-Leistungs-Angebot für mich finde.

Ein anderes Beispiel, das mehr zum Thema passt: Ich habe täglich 15 Minuten eingeplant, um Blogbeiträge in meinem Feedly Newsreader zu lesen. In dieser Zeit will ich die bestmöglichen Informationen haben, die mir weiterhelfen und nicht meine kostbare Zeit mit langweiligen und für mich unrelevanten Artikeln verschwenden. 

Wir können uns wohl darauf einigen, dass der Mensch ein Nutzenmaximierer ist, der seine kostbaren Besitztümer, Zeit und Geld, nur investiert, wenn es ihm etwas bringt. Ihn interessiert anfangs nicht, wer hinter dem Blog steckt, solange er findet, was er sucht.

Was suchen Menschen im Internet?

Blogleser suchen nach Antworten

Es gibt genau 3 Dinge, wegen denen wir ins Internet gehen:

Erstens, um sich zu unterhalten und soziale Kontakte zu pflegen. Dazu gehören unter anderem soziale Netzwerke, YouTube oder Online-Spiele.

Zweitens, um ein Problem zu lösen oder einen Mangel zu beseitigen. Auch der Kauf eines Produktes gehört letztendlich dazu, da es einen Mangel beseitigt.

Drittens, um zu arbeiten und zu kommunizieren. Übrigens meine Hauptmotivation, um den Browser aufzurufen und über verschiedene Tools mit Klienten zu kollaborieren.

Daraus ergeben sich für dich als Blogger also folgende Konsequenzen: Du kannst versuchen deine Leser mit unterhaltsamen Inhalten bei der Stange zu halten oder du lieferst Antworten und Fragen bzw. löst in deinem Blog Probleme.

Die meisten fallen wohl in die letztere Kategorie der Problemlöser, womit Google zum besten Freund und Werkzeug wird. Mit Tools wie dem Google AdWords Keyword Tool oder anderen Werkzeugen zur Themenfindung kannst du analysieren, was deine potentiellen Leser brennend interessiert. 

What’s in it for me?

“Was ist für mich drin?” Genau diese Frage stellt sich der durchschnittliche Leser deines Blogs. Er hat dich entweder nach einer Google Suche gefunden, deinen Blog abonniert oder auf einen Link in sozialen Netzwerken geklickt. Aufgrund der Headline verspricht er sich nun bestimmte Inhalte, die seine Bedürfnisse befriedigen sollen.

Es geht um ihn oder sie. Es geht darum dem Leser deine besten Inhalte zu bieten. Es geht darum die Erwartungshaltung des Lesers zu übertreffen. Wenn der Artikel nicht den Vorstellungen des Besuchers entspricht, dauert es keine 10 Sekunden bis er zurück navigiert und auf das nächste Suchergebnis klickt (kommt dir das bekannt vor?).

Dein Hauptanliegen sollte also darin bestehen, die Bedürfnisse deiner Zielgruppe genau zu kennen. Spätestens wenn ein Besucher das dritte Mal eine Antwort auf deinem Blog findet, dann bist du nicht mehr nur ein “Google Suchergebnis”. Um aber wirklich treue Fans und Abonnenten zu gewinnen, musst du Woche für Woche erstklassige Inhalte anbieten und deine Leser mit Mehrwert versorgen.

Über diese Leser solltest du dir wenig Gedanken machen

Agressiver Blogleser - Nein, Danke!

Bei all dem Fokus auf zufriedene Leser sollte allerdings auch eines klar sein – du kannst es nicht allen recht machen. Wenn du überwiegend positives Feedback bekommst und 5% deiner Leser immer wieder negative Kommentare da lassen oder negative Mundpropaganda betreiben, dann ist das eben so.

In einem wunderbaren Blogpost hat Michael Hyatt in seinem Blog drei Typen klassifiziert, die du im Internet einfach ignorieren musst, um weiter voranzukommen. Die Meinungen dieser 3 Typen kannst du ganz getrost im Papierkorb ablegen:

  1. Spectator – Der Zuschauer, der alles aus der Ferne beobachtet und kommentiert, ohne selber aktiv zu sein. Es gibt Personen, die noch nie selbst versucht haben ihren Träumen zu folgen, aber stetig andere kritisieren, um sich dadurch besser zu fühlen. Ignorieren!
  2. Hater – Die Rede ist von Menschen, die nur kritisieren, ohne Lösungen anzubieten oder Vorschläge zu unterbreiten. Dies ist nicht mit konstruktiver Kritik zu verwechseln. Gemeint sind Leute, die sich einfach an dem Thema deines Blogs oder an deiner Person stören und dies öffentlich machen. Ignorieren!
  3. Complainer – Jemand der sich gerne beschwert, ohne gewillt zu sein darüber weiter zu argumentieren. Natürlich solltest du auf Kritik eingehen und diese positiv für dich nutzen. Wenn der Kritiker dann jedoch nicht weiter auf deine Antwort reagiert, dann hat er nur aus einer Laune heraus gehandelt. Ignorieren. 

Ich denke, dass Feedback unerlässlich ist, um sich als Person weiterzuentwickeln. Deshalb solltest du dir auch objektive Meinungen zu deiner Arbeit einholen, egal ob dies Freunde, Leser oder Mentoren sind. Wir bewegen uns oft in den Schranken unserer eigenen kleinen Welt und verlieren den Weitblick. Eine zweite und dritte Meinung hilft dabei, andere Sichtweisen zu verstehen und zu berücksichtigen.

Mich würde interessieren, wie du die Themen für neu Blogartikel auswählst und welche positiven oder negativen Erfahrungen du mit deinen Lesern bereits gemacht hast? Wie gehst du mit Kritik um? Für mich ein sehr spannendes Thema, auch abseits vom Blogging.

Alles Gute für deinen Blog und nicht von unangebrachter Kritik abschrecken lassen 😉

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