Über digitale Nomaden und ortsunabhängiges Arbeiten im Internet

Als Digitaler Nomade durch die WeltWer sein Geld im Internet verdient, kann die Vorzüge der Ortsunabhängigkeit und Selbständigkeit kombinieren. Egal ob Einzelkämpfer oder Unternehmer, ein Internet Business zu führen, kann sehr attraktiv sein. Aber was ist dran an dem Klischee vom Arbeiten in der Hängematte?

Spätestens nachdem Tim Ferris seine “4 Stunden Woche” veröffentlicht hat, ist die Zahl virtueller, ortsunabhängiger Unternehmen stark angestiegen. Auch die Tätigkeit als Freelancer erfreut sich in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Auf beiden Wegen verdienen digitale Nomaden ihr Geld und verwirklichen ihre Träume.

Ich würde mich zwar selbst nicht als digitalen Nomaden bezeichnen, finde das Modell jedoch äußerst spannend und fühle mich mit dem dahinter stehenden Lifestyle stark verbunden. In diesem Beitrag möchte ich deshalb etwas näher auf das Thema digitales Nomadentum und ortsunabhängiges Arbeiten im Internet eingehen.

Die digitale Nomade – eine sich vermehrende Gattung

Der Begriff der digitalen Nomade wurde in den letzten Jahren geprägt und steht für einen neuen Lifestyle, bei dem Reisen und Arbeiten miteinander verschmelzen. Durch ein transportables Büro (also dem Laptop im Rucksack) und Jobs, die keine physische Anwesenheit verlangen, spielt es keine Rolle, ob von der heimischen Wohnung oder dem tropischen Paradies aus gearbeitet wird.

Immer mehr digitale Nomaden berichten in eigenen Blogs über ihre Abenteuer und das Leben als Weltenbummler. Schauen wir also mal, was die Experten über das digitale Nomadentum sagen. (Wenn dich das Thema interessiert, dann solltest du unbedingt auch auf deren Blogs vorbeischauen)

Feli von Travelicia: “Digitale Nomaden arbeiten Online und ihr “Büro” richten sie sich überall auf der Welt ein.” 

Conni von Planetbackpack: “Digitale Nomaden nutzen digitale Technologien um ortsunabhängig dort arbeiten zu können wo sie wollen. Wir brauchen keine Büros oder fixen Schreibtische, uns reicht eine Internetverbindung in Cafés oder Hostels/Hotels, an Flughäfen oder Co-Working Spaces, und los geht’s.” 

Julian von Diginomade: “Digitale Nomaden gründen Firmen, arbeiten als Freelancer oder bauen Projekte auf, meist im Internet. Diese Art von ortsunabhängigem Arbeiten ermöglicht ihnen die Flexibilität und Freiheit um neue Länder zu entdecken und fremde Kulturen zu erforschen.” 

Tim von Earthcity: “Wichtig sind zwei Dinge: Man erwirtschaftet sein Einkommen online und kann dies im Grunde von überall.” 

Patrick von 101places: “Auf 101 Places geht es ums Reisen, aber auch um einen Lebensstil … Arbeiten und dabei unterwegs sein, frei und ungebunden, das notwendige Geld mit selbständiger Arbeit im Internet verdienen.” 

Wikipedia: “Ein Digitaler Nomade (auch: Internet-Nomade) ist ein Unternehmer oder auch Arbeitnehmer, der fast ausschließlich digitale Technologien anwendet um seine Arbeit zu verrichten und der einen Lebensstil führt, der eher als nicht sesshaft zu bezeichnen ist … Ihr Arbeitsplatz ist zumeist dort, wo Internet-Zugriff besteht” 

Viele verschiedene Formulierungen, die im Grunde aber den gleichen Kern haben. Ein digitaler Nomade arbeitet im virtuellen Büro und verdient sein Geld im Internet, ohne sich auf einen Ort festzulegen. Manch einer reist lediglich für 1-2 Monate im Jahr, um das Fernweh zu stillen, andere sind fast gar nicht mehr in der Heimat anzutreffen.

Für mich ist ein digitaler Nomade ein Mix aus Backpacker und Webworker. Also einem reisewütigem, abenteuerlustigen Menschen, der ein ortsunabhängiges Einkommen im Internet verdient. Dabei sind Reisen und Urlaub nicht zwangsläufig das Gleiche. Die Grenzen zwischen Beruf und Freizeit sind nicht mehr klar zu trennen. Das Motto ist: Nicht arbeiten um zu leben, sondern arbeiten und leben.

Wie wird man zum digitalen Nomaden?

Arbeiten am Strand

Wie man das ganze Modell am Ende umsetzen kann, hängt wohl größtenteils von den eigenen Interessen und Qualifikationen ab. Ein sofortiger Einstieg ist als Freelancer möglich. Wer langfristig als digitaler Nomade reisen möchte und nicht für einen Stundenlohn arbeiten möchte, für den bieten sich langfristige Webprojekte an.

Digitale Nomaden leben in der Regel sehr spartanisch und haben wenig Besitztümer. Es geht nicht darum besonders viel Geld zu verdienen, sondern sein Glück zwischen dem Reisen und Arbeiten zu finden. Ein paar Dinge benötigt jedoch auch der genügsamste Nomade:

  • Arbeitsplatz mit guter Internetverbindung: Das kann im Liegestuhl am Strand, am Flughafen oder im Hotel sein – wo immer eine gute Internetverbindung besteht und konzentriert gearbeitet werden kann. Ich arbeite zwar auch teilweise von unterwegs im Zug, Flugzeug oder im Starbucks, jedoch bin ich am produktivsten, wenn ich an einem ruhigen Arbeitsplatz bin, den ich mir selbst einrichten kann.
  • Laptop und andere technische Ausrüstung: Ein vernünftiger Laptop, der am besten leicht und robust sein sollte, ist absolute Pflicht. Jede weitere Ausstattung hängt von deinen Bedürfnissen ab und kann vom Smartphone über eine Kamera bis hin zum einfachen Notizbuch reichen.
  • Auslandskrankenversicherung, Steuern und Visum: Ein leidiges Thema, dem ich mich in einem separaten Blogpost widmen werde. Zur Besteuerung habe ich bereits einen ausführlichen Artikel geschrieben. Die Themen der Versicherung, Visumsbeantragung, Unternehmensgründung und eventueller Abmeldung der Wohnung sind nicht immer einfach und sollten bei langfristigen Auslandsaufenthalten gut durchdacht werden.

Die Alternative zum ständig wechselnden Arbeitsplatz sind Coworking Räume. Verschiedene Freelancer arbeiten unter einem Dach zusammen und bezahlen eine wöchentliche oder monatliche Miete. Besonders in Berlin hat dieses Konzept in den letzten Jahren stark an Beliebtheit gewonnen. Ein schönes Video von 2470media beschreibt die Idee hinter dem Coworking.

Welche Jobs haben Digitale Nomaden?

Um als digitaler Nomade durch die Welt zu ziehen, muss der bisherige Job nicht unbedingt aufgegeben werden. Es gibt eine ganze Reihe von Arbeiten, die keine physische Anwesenheit benötigen. Da viele Prozesse in Unternehmen digitalisiert sind und neue Technologien die Kommunikation über das Internet unterstützen, spielt es oft keine Rolle, ob der Mitarbeiter im Büro oder einem entfernten Land sitzt.

Ist es denn wirklich wichtig, dass der Buchhalter jeden Tag vor Ort ist? Oder muss der Versicherungskäufer, der ausschließlich Telefonakquise betreibt, denn wirklich einen festen Sitz haben? Diese Arbeiten könnten dank Skype, Zeiterfassungssystemen und virtuellen Projektmanagern auch ortsunabhängig erledigt werden. Es gilt nur, den Chef davon zu überzeugen und beim Reisen die Zeitverschiebung zu berücksichtigen.

Typischer ist es für die digitale Nomade aber wohl, einen selbständigen Job zu haben, wodurch man mit vielen Freiheiten ausgestattet wird. Es kommt also die Arbeit als Freelancer in Frage oder die Umsetzung einer Geschäftsidee für ein Internet Business, mit welchem ortsunabhängig Geld verdient werden kann.

Die Idee hinter dem Geo Arbitrage Modell

Eine äußerst interessante Idee und ein riesiger Vorteil für digitale Nomaden ist die Anwendung des sogenannten Geo Arbitrage Modells. Es besagt, dass du Geld in einer starken Währung verdienst und es in einem Land mit verhältnismäßig geringen Kosten ausgibst.

Reisen und Arbeiten um die WeltEin Beispiel zur Veranschaulichung: Du verdienst durch Freelancer Tätigkeiten im Monat 2.000 Euro und lebst auf den Philippinen. Umgerechnet kannst du dort gut für 800 – 1.000 Euro im Monat leben und sparst durch die geringeren Lebenskosten das übrig gebliebene Geld, welches du in Deutschland für Miete, Nebenkosten, KFZ und andere Dinge ausgegeben hättest.

Das ist nur einer von vielen Vorteilen, die das digitale Nomadentum mit sich bringen. Alleine die Vorstellung aus dem bisherigen Büroalltag auszubrechen und sich in neue Abenteuer zu stürzen, ohne auf ein Einkommen zu verzichten, lässt ganz bestimmt viele Leute träumen.

Natürlich ist die Umsetzung nicht ganz so einfach. Der Schritt in die Selbständigkeit und das Leben im Ausland bringen eine ganze Menge Behördengänge mit sich. Außerdem fällt bezahlter Urlaub und der Anteil des Arbeitgebers zur Sozialversicherung weg. Dies sollte dich jedoch nicht davon abhalten, deinen Träumen zu folgen.

Ich hoffe dieser Artikel hat dich inspiriert und dir gezeigt, was in unserem heutigen Zeitalter alles möglich ist. Mein Leben hat sich sehr verändert, seit ich mein Geld im Internet verdiene und damit ortsunabhängig arbeiten kann. Ich sehe meine Arbeit nicht als Qual an und lebe ein sehr viel erfüllteres Leben.

Wenn du Zweifel daran hast (was ich gut verstehen kann), dann schau dir die Blogs anderer digitaler Nomaden an oder lasse einen Kommentar hier im Blog. Ich wünsche dir das nötige Vertrauen und den Mut, um deine Ziele zu verwirklichen.

Copyright Image: norrit07, 123rf.com

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  • Nelson Simpson 21. Juli 2013

    Was viele leider nicht bedenken ist, dass bei Krankheit oder Unfall keine Krankenkasse den eigenen Lohnausfall trägt. Was aber passiert, wenn man ausfällt und nicht arbeiten kann? 0 Stunden Arbeit = 0 Stundensätze Bezahlung. In diese Falle tappen mehr Selbständige als man glaubt. Solange man gesund ist, sieht auch noch alles Okay aus, doch wenn man dann mal ausfällt und das vielleicht auch noch öfters, wird es eng.

  • fabian 30. August 2013

    da muss ich nelson zustimmen. aber man kann sich dafür um gar nicht soviel geld pro monat versichern. was meine bedenken/ erfahrungen sind… man kann halt nicht einfach nachhause und abschalten, meist, sondern als selbstständiger hängt man auf jeden fall mehr als 40 stunden an seiner arbeit. ganz so frei ist man übrigens dann doch nicht. digitale arbeiten schön und gut.. arbeite oft von zuhause aus, oder kaffeehaus, aber manchmal sollte man doch professionell auftreten, hab da als ich noch in Österreich gelebt habe mich manchmal bei youroffice eingemietet stundenweise.. das war auch recht praktisch.

  • Pascal 28. Oktober 2013

    Professionelles Auftreten ist natürlich das A und O, wenn man gute Klienten an Land ziehen möchte.
    Aber wenn die Akquise komplett online erfolgt braucht man dazu nicht unbedingt ein Büro.