E-Mail Marketing 101: Vier Schritte bis zum Versenden des Newsletter

E-Mail Marketing 101Hast du schon mal mal diesen Ausdruck gehört: “Das Geld steckt in der Liste”? Etwas abgedroschen, wie ich finde, aber dennoch liegt viel Wahrheit in dieser Aussage. Ob es sich nun zwangsläufig um Geld handeln muss sei dahingestellt, wahr ist jedoch, dass eine E-Mail Liste für Blogger einen riesigen Wert hat.

E-Mail Abonnenten sind die Treiber deines Blogs. Es sind Leser, die regelmäßig wiederkommen um neue Beiträge zu lesen, diese zu teilen und zu kommentieren. Die Motive können dabei ganz unterschiedlicher Natur sein, so kann ein E-Mail Newsletter zur reinen Trafficgenerierung, dem Aufbau von Autorität, Bekanntheit und Fans oder zur Vermarktung von Produkten genutzt werden.

Für mich sind E-Mail Abonnenten die wertvollsten Leser meines Blogs und gleichzeitig meine Hauptmotivation zum Schreiben wöchentlicher Artikel und Newsletter. In diesem Beitrag teile ich, wie du in wenigen einfachen Schritten selbst einen Newsletter für deinen Blog einrichtest und deine E-Mail Liste wachsen lässt.

In 4 Schritten von der Auswahl der E-Mail Marketing Software bis zum Versenden des Newsletters

E-Mail Optins sind weitaus wichtiger als Likes, Retweets und Pins, welche hilfreich sind, oftmals aber einmalige Handlungen bleiben. Das Abonnement eines E-Mail Newsletters ist ein weitaus größerer Schritt, der mehr Bindung für den Leser bedeutet.

E-Mail Marketing ist kosteneffizient, einfach zu messen und der beste Weg um eine Plattform aufzubauen. Follower und Fans können von heute auf morgen verschwinden wenn Facebook oder Twitter danach ist – eine E-Mail Liste gehört dir allein und ist übertragbar, weshalb diese die größte Anlage für die meisten Blogger ist.

Egal wie klein deine Leserschaft im Moment sein sollte oder wie neu dein Blog ist – wenn du noch keine E-Mail Liste hast, dann solltest du sofort damit beginnen eine aufzubauen. Folgende Schritte sind notwendig, um deine E-Mail Liste anzulegen und letztendlich auch Newsletter zu erstellen und zu versenden:

      1. E-Mail Marketing Software auswählen
      2. Optin Form für Newsletter einrichten
      3. Abonnenten für den Newsletter gewinnen
      4. Newsletter erstellen und versenden

E-Mail Marketing Software und Tools für Newsletter

Ein Newsletter sollte großartigen Inhalt haben, der dem Empfänger einen Mehrwert bietet. Bilder, Videos oder sonstige Animationen und noch so kreative Elemente sind überflüssig und erhöhen lediglich das Risiko, dass die E-Mail nicht ordentlich angezeigt wird.

Deshalb muss eine E-Mail Marketing Software meiner Meinung nach vor allem Listen verwalten können, Newsletter verschicken und Kennzahlen analysieren. Die Erstellung von Autorespondern (automatisch verschickte E-Mails nach Optin) und grafische Feinheiten hingegen, sind für den Einsteiger nicht besonders relevant bei der Auswahl der E-Mail Marketing Software. 

E-Mail Marketing mit Mailchimp

Mein absoluter Favorit ist MailChimp (Affiliate-Link). Zum einen ist es für bis zu 2.000 Abonnenten kostenfrei und zum anderen ist die Einrichtung kinderleicht. Auch die Anpassung der englischen Formulare für den Einsatz in Deutschland ist kein Problem. Absolut empfehlenswert für den Einstieg. Wenn die Liste weiter wächst, kannst du immer noch den Anbieter wechseln.

Der größte internationale Anbieter für E-Mail Marketing Software ist neben Mailchimp wohl AWeber. Viele Top-Blogger benutzen AWeber und schwärmen davon. Ich finde es für Einsteiger relativ teuer. Der Plan startet mit $19 monatlich plus Staffelpreisen, die sich nach der Anzahl der Abonnenten richten.

Ein deutscher Vertreter, der von vielen Bloggern empfohlen wird, ist Cleverreach. Der Versand von Newslettern an die ersten 250 Empfänger ist dort kostenfrei, womit das Tool interessant für Einsteiger ist. Ein weiteres deutsches E-Mail Tool ist Newsletter2go. Hier sind 1.000 E-Mails im Monat frei und danach entstehen Kosten je nach Anzahl der versendeten Newsletter.

Eine schöne Übersicht mit weiteren deutschen und internationalen Anbietern von E-Mail Marketing Software gibt es in einem Artikel von t3n. Die Wahl ist dir am Ende selbst überlassen, wobei für den Beginn besonders die Kosten im Vordergrund stehen sollten. Wenn du später weitere Funktionalitäten benötigst, kannst du mit deiner E-Mail Liste jederzeit “umziehen”.

Einrichten der E-Mail Optin Form

E-Mail Optin Form

Optin Form zur Anmeldung für den Newsletter

Die Optin Form ist ein kleines Formular, in das sich Abonnenten eintragen können. Optin oder Opt-in bedeutet schlichtweg Anmeldung und wird weitläufig für die Registrierung für einen Newsletter verwendet. Das Formular zum Optin muss rechtliche Bedingungen erfüllen und natürlich überzeugend wirken.

Die meisten Anbieter bieten Plugins für WordPress oder vorgefertigten Code, der in ein Widget kopiert werden kann. Dadurch wird es relativ einfach die Optin Form in den Blog zu integrieren. Einige Dinge gibt es jedoch beim Aussehen und der Einbindung der Optin Form zu beachten. Am Beispiel von Mailchimp will ich diesen Prozess einmal zeigen.

0. Eine Squeeze Page für den E-Mail Newsletter anlegen
Bevor mit der Optin Form begonnen wird, noch ein kleiner Tipp, der dabei hilft, interessierte Leser zur Anmeldung für den Newsletter zu überzeugen. Ich spreche von der Einrichtung einer extra Seite mit Informationen zum Newsletter und dem Optin Verfahren.

Die Squeeze Page zielt darauf ab den Besucher zur Ausführung einer Aktion zu bewegen. Es gibt keine Sidebar, nichts was sonst noch ablenken könnte, sondern nur Inhalt, der darauf abzielt den Leser zur Anmeldung zu überzeugen. Diese Seite kann später von deiner Optin Form in der Sidebar oder anderen Orten, an denen du auf deinen Newsletter aufmerksam machst, verlinkt werden.

Auf dieser Seite sollten zum einen Hinweise zum Optin (Datenschutz, Abmeldung vom Newsletter usw.) und zum anderen Gründe für die Anmeldung zu finden sein. Erzähle deinen Lesern genau, was diese von dem Newsletter erwarten können. Wie oft wird dieser versendet? Welche Inhalte werden behandlet? Das ganze sollte leicht verständlich und überzeugend sein. 

Optin Form Integration

1. Gestaltung der Optin Form
In der Benutzeroberfläche von Mailchimp hast du die Möglichkeit, das Formular ins richtige Design zu bringen. Das beinhaltet die Anordnung und die Anzahl der Felder, die Farben und die Beschriftung der einzelnen Felder. Generell gilt, weniger ist mehr. Jedes zusätzliche Feld, das ein Besucher ausfüllen muss, reduziert die Wahrscheinlichkeit der Anmeldung.

2. Anpassung der benötigten Optin Seiten
Neben der Optin Form gibt es noch weitere Seiten, die für die Anmeldung des Newsletters benötigt werden. Nach deutschem Recht gilt ein doppeltes Optin für E-Mail Newsletter. Das bedeutet, dass eine Nachricht mit einem Bestätigungslink an den Abonnenten geschickt werden muss, den dieser dann zum Abschluss der Abmeldung klickt.

E-Mail Optin Nachricht

Die Bestätigungsnachricht ist Pflicht und sollte personalisiert werden

Aber keine Angst, der E-Mail Software Anbieter leitet dich durch den Prozess und zeigt dir genau, welche Seiten noch benötigt werden. Neben der Bestätigungsseite braucht es auch eine Seite für die Abmeldung vom Newsletter und die Aktualisierung persönlicher Daten. Du solltest auf jeden Fall die vorgegeben Texte personalisieren.

3. “Danke schön” Seite anlegen
Nachdem die Anmeldung für den Newsletter bestätigt wurde, kannst du den neuen Abonnenten auf eine frei wählbare Seite weiterleiten. Eine super Möglichkeit um Danke zu sagen und den frisch gebackenen Stammleser mit weiteren Informationen zu versorgen.

4. Einbindung der Optin Form in den Blog
Bei Mailchimp gibt es im Grunde zwei verschiedene Optionen zur Einbindung der Optin Form. Das angepasste Formular kann in verschiedenen Designs als HTML Code kopiert und an eine beliebige Stelle in deine Seite eingebaut werden. Zu empfehlen ist dabei die Nutzung von Widgets.

Die andere Möglichkeit besteht in der Installation des offiziellen Plugins von Mailchimp, welches dann mit deinem Konto verknüpft wird. Nach der Installation steht ein Widget zur Verfügung, dass in deiner Sidebar einbauen kannst. Die Anpassung der Optin Form kann direkt über das Plugin vorgenommen werden und ist selbsterklärend.

Eine andere Variante ist die Nutzung von Plugins von Drittanbietern. Ich nutze ein kostenpflichtiges Premium Plugin von OptinSkin (Affiliate Link), welches in meiner Sidebar zu sehen ist und zudem am unteren Ende des Artikels nach Scrollen sichtbar wird. Es gibt jedoch auch zahlreiche kostenlose Alternativen, die dabei helfen deine Optin Form attraktiv darzustellen.

5. Testen
Das sollte sich zwar von selbst verstehen, dennoch will ich darauf hinweisen. Bevor du mit deiner Optin Form an die Öffentlichkeit gehst, solltest du diese natürlich testen. Das Gleiche gilt für die Option zur Abmeldung und das Update von persönlichen Informationen.

Abonnenten für den Newsletter gewinnen

An dieser Stelle ist die richtige E-Mail Software ausgewählt und die Optin Form in den Blog eingebunden. Jetzt gilt es also, Abonnenten für deinen Newsletter zu finden. Besonders wenn dein Blog relativ neu ist und keine feste Leserschaft hat, ist dies kein leichtes Unterfangen.

Du solltest am Anfang nicht verzweifeln, wenn die Anzahl der Abonnenten nicht sprungartig anwächst. Wenn du gute Inhalte mit Mehrwert für deine Leser anbietest werden sich diese auch für deinen Newsletter anmelden und auf Updates warten. Um die Rate der Registrierungen zu erhöhen, kann ich dir die folgenden Tipps geben:

  • Optin Form prominent gestalten: Indem andere Ablenkungen minimiert werden, richten sich die Blicke automatisch auf die Optin Form. Benutze auffällige Farben oder Optins, die über die ganze Seitenbreite platziert werden.
  • Pop-Ups und Lightboxes: Ich bin überhaupt kein Fan von aufdringlichen Pop-Ups aber Fakt ist, dass sie funktionieren. Mir persönlich gefallen Optin Formulare, die nach dem Scrollen am Ende des Artikels eingeblendet werden weitaus besser. 
  • Button zur Anmeldung für den NewsletterAuffälliger Button für die Anmeldung: Es gibt ein super kostenloses Tool, mit dem du ohne Vorkenntnisse schöne Buttons erstellen kannst. Auf keinen Fall verwenden, solltest du Texte wie “Zum Newsletter anmelden”.
  • Abfrage von Daten minimieren: Verwende so wenig Felder, wie möglich. E-Mail-Adresse und Name reichen vollkommen aus.
  • Kurze Beschreibung: Innerhalb der Optin Form sollte eine kurze Beschreibung sein. Erwähne darin, dass der Newsletter kostenlos ist und was die Anmeldung für einen Mehrwert mit sich bringt. Außerdem sollte ein Link zur Squeeze Page enthalten sein.
  • Opt-In Form in Social Media Kanälen bewerben: Neben deinem Blog kannst du die Optin Form auch auf einer Facebook Seite integrieren. Möglich ist auch ein Link auf den “About Seiten” bei LinkedIn und Google+ oder ein Call-to-Action am Ende von YouTube Videos.
  • Opt-In Form auf der About Seite: Das ist ein super Tipp, der mir sehr gut geholfen hat. Wenn sich bereits jemand deine “Über mich” Seite ansieht, dann ist er wohl auch an deinem Blog interessiert. Es gibt keinen besseren Ort für ein Optin.
  • Nutzen des Newsletters darstellen: Die meisten Leute bekommen bereits eine Vielzahl von E-Mails jeden Tag und wollen genau wissen, warum sie nun auch noch deinen Newsletter abonnieren sollten. Gib ihnen also gute Gründe dafür.
  • White Papers, eBooks oder andere Giveaways: Es wird schwer E-Mail-Adressen einzusammeln, ohne zuerst in Vorleistung zu gehen. Kostenlose Give-aways könnten ein Videotraining, eine Interview-Reihe, Software, Webinare, Reports oder ähnliches sein.
  • Großartige, regelmäßige E-Mails verschicken: Mit dem Newsletter verhält es sich genauso wie mit deinen Blogartikeln. Wenn du kontinuierlich interessante und lehrreiche E-Mails an deine Abonnenten verschickst, wird sich das herumsprechen und die Zahl der Anmeldungen steigen von alleine.

Erstellen und Versenden des E-Mail Newsletter

Nachdem sich die ersten Abonnenten für den Empfang des Newsletters eingetragen haben, steht der Versendung nichts mehr im Wege. Dabei ist es egal, ob du die E-Mail an 3 oder 3.000 Personen schickst. Du weißt nie genau, wer deinen Newsletter liest und ihn eventuell mit seinen Kontakten teilt, wodurch wieder neue Leser auf deinen Blog kommen.

E-Mail Newsletter versenden

Newsletter versenden: Absender, Betreff und E-Mail-Adresse sollten bewusst gewählt werden

Bei der Erstellung des ersten Newsletters sollten einige Dinge beachtet werden. Besonders wichtig sind Absender und Betreff der E-Mail. Wähle als Absender deinen eigenen Namen, den deines Unternehmens oder des Blogs. Der Empfänger sollte sofort wissen, von wem die E-Mail kommt. Auch der Betreff sollte eindeutig sein und keine spammigen Phrasen enthalten.

Bei Mailchimp hast du dann die Auswahl zwischen verschiedenen Vorlagen für den Newsletter. Du kannst vorgefertigte Designs auswählen oder deine eigene Vorlage entwerfen. Ich bin kein großer Freund von aufwendigen Layouts und Grafiken in Newslettern, da diese nicht von allen E-Mail-Providern korrekt dargestellt werden.

Einfache, textbasierte E-Mails garantieren dir, dass der Empfänger diese ordentlich lesen kann. Wenn du nicht auf Bilder verzichten möchtest, musst du davon ausgehen, dass dies nicht immer angezeigt werden. Deshalb unbedingt einen Alt-Text mit angeben. Ein anderer kleiner Tipp ist der Verzicht auf riesige Überschriften oder Logos, da diese nur den wesentlichen Teil der Nachricht nach unten drücken.

E-Mail auf einem mobilen Gerät

Newsletter müssen auch auf mobilen Geräten gut lesbar sein

 

Ist dir bewusst, dass weltweit 50% aller E-Mails auf einem Smartphone oder Tablet gelesen werden? Ein weiterer Grund um auf aufwendige Layouts zu verzichten und sich auf den Text zu konzentrieren. Bei Mailchimp sind alle Vorlagen responsive, was bedeutet, dass die Schriftgröße sowie Bilder der E-Mails an die kleineren Bildschirme von mobilen Geräten angepasst werden. Hier ist unbedingt Testen angesagt.

Wenn dein Newsletter Links enthält, was er wahrscheinlich tut, dann sollten diese Links zunächst einfach von einem mobilen Gerät aus zu erreichen sein (Leerzeile über und unter dem Link) und zum anderen auf eine Website verweisen, die mobiltauglich ist. Wenn dies nicht der Fall ist, dann entsteht beim Leser nur unnötige Frustration, die letztendlich zur Austragung aus dem Newsletter führen kann.

 

 

Der wichtigste Teil des Newsletters ist natürlich der Text. Achte darauf, dass deine Abonnenten das erhalten, was du ihnen versprochen hast. Du solltest nicht nur Inhalte deiner Blogartikel wiederholen, sondern exklusive Tipps geben, die nur in deinem Newsletter zu finden sind.

Ein sehr wichtiger Punkt ist die regelmäßige Versendung des Newsletters. Wenn deine Abonnenten 3 Monate lang nichts von dir gehört haben, werden sie sich wundern, wer ihnen auf einmal schreibt und sich nicht mehr an dich erinnern. Es ist egal, ob du zweimal in der Woche oder einmal im Monat Newsletter versendest, solange sich deine Abonnenten darauf einstellen können.

Ein letzter Hinweis dreht sich um die Messung von Kennzahlen. Nur wenn du analysierst, wie erfolgreich deine Bemühungen sind, kannst du diese optimieren. Die wichtigsten Metriken für das E-Mail Marketing sind die Anzahl der neuen Abonnenten, Anteil der geöffneten E-Mails und Klickraten in Newslettern. 

Du solltest auch danach schauen, wie viele Personen sich wieder abmelden. Wenn dieser Wert nach einer gesendeten Kampagne mehr als 1% beträgt dann solltest du deine Strategie überdenken. Vielleicht sendest du zu oft oder zu selten? Vielleicht haben sich die Leser mit anderen Erwartungen in die E-Mail-Liste eingeschrieben?

Nun aber wirklich die letzten beiden Tipps: 1. Egal wie frustrierend und langsam der Aufbau einer E-Mail Liste am Anfang ist, widerstehe der Versuchung E-Mail-Adressen zu kaufen. Warum, das kannst hier nachlesen.

2. Im Schnitt schrumpft die E-Mail Liste jedes Jahr um 25%. Gründe dafür sind ungenutzte E-Mail-Adressen, Abmeldungen oder Arbeitsplatzwechsel und damit geänderte E-Mails. Du solltest also nie damit aufhören, am Wachstum deiner E-Mail Liste zu arbeiten.

Es ist ein relativ langer Artikel geworden aber ich hoffe damit hast du einen guten Überblick in das E-Mail Marketing für Blogger bekommen. Wenn du noch Fragen hast oder einige Sachen unklar sind, dann lasse doch einfach einen kurzen Kommentar da. Ich versuche dir gern zu helfen. Ansonsten wünsche ich dir alles Gute beim Aufbau deiner Liste!

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