Meine Erfahrungen als Freiberufler bei Freelancer.com

Freelancer.de

Nach den Portalen oDesk und Elance möchte ich in diesem Artikel Freelancer.com vorstellen. Nach eigenen Angaben ist Freelancer.com mit weltweit über 7 Millionen angemeldeten Freiberuflern der größte Marktplatz für Outsourcing und Crowdsourcing.

Bei den Auftraggebern handelt es sich überwiegend um mittelständische Unternehmen, die Projekte aus den Bereichen Software, Schreiben, Datenerfassung, Design und vielem mehr einstellen. Eine Besonderheit ist das Angebot einer deutschen Seite unter Freelancer.de.

Meine Erfahrungen mit Freelancer.com sind nicht nur positiv. Aufgrund der Größe des Portals bieten sich Freiberuflern jedoch eine Vielzahl an Möglichkeiten. Positives und Negatives, sowie Tipps zum Umgang mit Freelancer.com, möchte ich in diesem Beitrag geben.

Eigene und fremde Erfahrungsberichte zu Freelancer.com

Auch wenn die Anmeldung bei Freelancer.de kostenlos ist, beträgt die Gebühr für jeden verdienten Euro 10%. Anders als bei Portalen wie Elance oder oDesk trägt diese Kosten der Freiberufler. Wer regelmäßig auf Freelancer.de arbeitet, der kann seine Mitgliedschaft upgraden, wodurch auch die Gebühren sinken.

Bei einer Premium Mitgliedschaft für 19,95 Euro im Monat sinkt die Gebühr für Freelancer auf 5% und entfällt für den Auftraggeber komplett. Das kann unter Umständen schon einmal den Ausschlag geben, um beim Gebot um ein Projekt die Nase vorn zu haben. Für den Start sind die kostenpflichtigen Mitgliedschaften jedoch nicht zu empfehlen.

Gebühren bei Freelancer.de

Die Gebühren bei Freelancer.de sind vergleichsweise hoch

Im Grunde kostet alles Geld auf Freelancer.com. Wenn du einen Skill Test ablegen willst – $5, deine Bewerbung für ein Projekt über allen anderen platzieren – $1, Auszahlung auf dein PayPal Konto $1. Ungleich anderer Portale, belastet Freelancer.com in erster Linie den Freiberufler, nicht die Unternehmen.

Es haben sich über die letzten Jahre viele frustrierte Rezensionen zu Freelancer.com angesammelt. So wird von verschwundenen 5-Star-Ratings, aggressivem SEO-Spam bis hin zu absolutem Betrug mit fehlenden Zahlungen und verfälschten Fertigstellungsraten gesprochen.

Als ich meinen ersten Zuschlag für einen Job auf Freelancer.de bekommen habe, wurden 10% des Auftragswertes direkt von meinem Konto abgebucht, also Gebühren bezahlt, bevor überhaupt mit der Arbeit angefangen wird. Nicht besonders vertrauenserweckend, oder?

Das nächste Ärgernis kam auf, als ich mir dann das bezahlte Geld auf mein PayPal Konto auszahlen lassen wollte. Aus “Sicherheitsgründen” wird die erste Auszahlung für neue Freelancer um 3 Wochen verzögert. Aus diesen 3 Wochen wurden 1,5 Monate, in denen mein Frust über die verspätete Auszahlung deutlich angewachsen ist.

Aus den Richtlinien von Freelancer.com geht hervor, dass diese Gebühr unter keinen Umständen erstattet wird. Sollten also Probleme mit dem Auftraggeber bestehen, z.B. schlechte Kommunikation oder keine Einigung über einen Meilenstein, dann bleibst du auf den bezahlten Gebühren sitzen und erhältst zudem noch eine schlechte Bewertung wegen einem Projektabbruch.

Prüfungen bei Freelancer.de ablegen

Das Ablegen von Prüfungen kommt leider nicht ohne Preis

Viele negative Reviews beschweren sich über die einseitige Benachteiligung von Freelancern. Anders als bei anderen Freelancer Portalen genießen Auftraggeber einen extrem hohen Schutz und werden nur zu einem geringen Teil an den Gebühren eines Projektes beteiligt. Also der Freelancer bezahlt und bekommt im Zweifelsfall die Schuld zugesprochen, sollte es Schwierigkeiten mit dem Job geben.

Warum lassen sich das so viele Freelancer gefallen Weil es auf keinem anderen Portal so viele Jobs gibt wie auf Freelancer.com. Außerdem haben sich viele Freelancer über die Jahre einen guten Ruf mit vielen positiven Ratings aufgebaut, was einen Wechsel zusätzlich erschwert.

Wie du dich als Freelancer schützen kannst?

Leider kann man sich als Freelancer im Internet nicht von jeglichem Risiko befreien. Es gibt allerdings einige Tipps, mit denen du dir späteren Ärger ersparen kannst.

Meilensteine einrichten: Bevor du mit einem Job anfängst, solltest du dich mit dem Auftraggeber auf die Teilzahlung einigen, die nach der Erreichung eines Zwischenziels ausgezahlt wird. Am besten schon relativ früh im Projekt, so dass du sehen kannst, wie seriös und zahlbereit der Kunde ist. Sobald der Auftraggeber dem Meilenstein zugestimmt hat, wird das Geld automatisch bei Freelancer.com deponiert und du kannst getrost mit dem Job beginnen.

Vorsicht bei verdächtigen Projekten: Jobs mit sehr hohen Beträgen, Beschreibungen im gebrochenen Englisch oder wundersame Extrawünsche sind Anzeichen dafür, dass es sich um weniger vertrauenswürdige Auftraggeber handelt. Auf Nummer sicher gehst du bei Auftraggebern mit überwiegend positiven Bewertungen.

Auf eine Währung festlegen: Zwar werden auf Freelancer.com verschiedenste Währungen unterstützt, jedoch gibt es keinen internen Währungsumrechner. Das bedeutet, dass du jeweils nur Geld in einer Währung abheben kannst, womit sich die Auszahlung auf dein Konto deutlich verzögern kann. Deshalb solltest du versuchen, alle Zahlungen für Jobs in der selben Währung (EUR, USD) zu erhalten.

Freelancer.com – Nicht die erste Wahl, dennoch einen Versuch wert

Trotz all dieser negativen Bewertungen, ist Freelancer.com nach wie vor eines der größten Portale der Welt. Auch wenn viele Nutzer schlechte Erfahrungen hatten, kann ich dies von mir selbst nicht sagen. Zwar sorgen die hohen Gebühren, der schlechte Service für Freelancer und die unfreundliche Seitenbedienung dafür, dass es nicht unbedingt meine bevorzugte Plattform ist, jedoch eignet sich Freelancer.com durchaus für (deutsche) Einsteiger und Fortgeschrittene.

Fazit: Ich arbeite definitiv lieber auf oDesk und Elance. Durch seine Größenvorteile würde ich jedoch auch nicht komplett von Freelancer.de abraten. Wenn du als Freiberufler im Internet so richtig durchstarten willst, dann probiere es am besten zuerst mit oDesk und Elance. Wenn dir die beiden Portale nicht zusagen oder du Schwierigkeiten dabei hast einen Job zu finden, dann schau dir Freelancer.com einfach mal an.

Ich bin echt neugierig, was du zu Freelancer.com zu sagen hast. Wenn du schon erste Erfahrungswerte mit dem Portal hast, dann würde ich mich über einen Kommentar freuen.

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  • JonasB 20. Juni 2013

    Ich habe keine Erfahrung mit dem Portal, aber Gebühren vorab zu kassieren ist schon ziemlich schlechter Stil. Vor allem, wenn man sich dann selbst so schwer tut mit der Überweisung.

    Prinzipiell ist es ja kein Problem, wenn der Freelancer die Gebühren trägt. Die 10% schlägt man halt auf sein Angebot wieder auf.

    Wie für alle Portale dieser Art gilt meiner Meinung nach: Für den Start und erste Kunden und Referenzen sicher nicht schlecht, langfristig sollte man aber versuchen solche Mittelsmänner einzusparen.

  • Emma 27. August 2013

    Vielen Dank für die Info ! einen guten Vermittler zu finden ist wirklich essentiell ! mein Tipp ist es sich bei mehreren Freelance Portalen anzumelden und nach und nach einen Kundenstamm aufzubauen auf den man immer wieder zurückgreifen kann . Schließlich müssen wir auch Risikoanalyse betreiben!

  • Julien O. 19. Juni 2014

    Auf keinenfall da anmelden.

    Habe mich dort angemeldet habe mehrer jobs angenommen und hatte meinen ersten “Großen” job es ging um 850€
    ende der geschichte ist:
    sämtliches Geld was ich von meinem Arbeitgeber bekommen habe ist abgezogen worden.
    und ich darf die Projekt kosten tragen.

    Habe daraufhin den Support angeschrieben und die gaben mir nur eine Standart antwort.
    Jetzt möchte Freelancer das ich etwa 150€ an sie zahle um meinen negativen Kontostand bei denen auszugleichen.

  • Franz 2. Juli 2014

    Hey

    Ich habe Aufträge reingestellt, welche auch erfüllt worden waren, aber als ich das restliche GEld abziehen wollte (500 Dollar), haben sie sich quer gestellt, wollten viele Unterlagen. Ich habe alles gemacht und dann haben Sie mein Konto deaktiviert und mich ignoriert.

    Fazit: Das geld nie Erhalten

  • Nicole Weichert 13. September 2014

    so wie es Franz geht, geht es mir ebenso. mein arbeitgeber hat das geld überwiesen und dann sollte ich frage über frage beantworten. nach einem monat ist mir die lust vergangen.

    fazit: kein geld und account gesperrt.

    nie wieder freelancer.de!

  • Carmen Fellmann 10. Februar 2015

    Das gleiche Problem haben wir gerade bei freelancer.com Wir haben ein Projekt eingestellt, wir haben einen Freelancer ausgesucht und 960 USD ueberwiesen. Freelancer.com hat unseren Account geblockt und wir sollen uns staendig neu ausweisen. Mittlerweile haben wir jetzt die australische Polizei, das Finanzamt und die australische Comsumer Protection Behoerde eingeschaltet. Ich hoffe sehr, dass dies etwas bringt. Es scheint absolute Methode zu sein, Accounts zu blockieren und deren Besitzer mit immer neuen Anforderungen muerbe zu machen, bis diese aufgeben und freelancer.com sich das Geld einsacken kann. Ich habe noch nie eine so offen betruegerische Webseite erlebht. Nie wieder Freelancer.com! Ich kann nur jedem davon abraten.

  • Pino 15. März 2015

    Mein Konto wurde auch gesperrt!! Habe einen Auftrag für 1800 dollar gehabt, ca 4 Monate intensiv mit langen Arbeitstagen von 10-15 Stunden Täglich an diesem unterbezahlten Job gearbeitet und als ich fertig war, ist es nie zu einer Zahlung gekommen… vielleicht weil ich um zwei Tage das Projekt überzogen habe… aber das ist nur meine Vermutung, man bekommt keine Rückantwort wenn man versucht jemanden dort zu Kontakten… Aber ich bekomme noch immer emails die mir sagen dass mein Konto nicht ausgeglichen ist und das ich zu zahlen habe weil das Projekt zustande kam…

  • Peter 21. April 2015

    Ich kann ebenfalls jedem nur abraten. Solche websites sind das Schlimmste für jeden Freelancer, und jeder Freelancer der sich dort anmeldet, schießt sich auf lange Sicht selbst ins Bein. Die Jobs sind allesamt extremst unterbezahlt (Bsp: 600 Dollar für ein Logodesign mit 5 Korrekturrunden, Urheberrechtsabgabe und unlimitierte Nutzung; 1000 Dollar für eine Broschüre mit Konzeptphase, Umsetzung, Reinzeichnung und Druckfreigabe; Druckkosten vom Freelancer zu zahlen), der Schutz für Freelancer ist miserabel, und mMn teilweise kriminell (siehe andere Kommentare). Der Freelancer hat sämtliche Kosten und Verantwortung zu tragen, völlig unerheblich ob er/sie tatsächlich schuldig ist (im Sinne von der Projektführung) oder nicht. Kundensupport absolut unbrauchbar, unfreundlich oder schlichtweg nicht existent.
    Auf solchen Websiten verscherbelt man sich nur selbst, und was bleibt ist kein Geld, sondern Stress und das miese Gefühl, sich ausnehmen lassen zu haben. Wenn man selbst keine Würde behält, dann braucht man nicht zu erwarten, dass andere einem Würde entgegenbringen.

  • maltastorytime@gmail.com 17. Juli 2015

    Bereits meine zweite Übersetzung für eine Agentur aus Bangladesch blieb mit dem Argument, ich sei kein Muttersprachler, unbezahlt. Positiv dabei: die Erfahrung kam verlgeichsweise schnell und der Schaden hält sich mit 700 Worten in Grenzen. Meine erste Übersetzung wurde zwar bezahlt, aber erstens wurde die Gebühr für die zweite (unbezahlte) Rechnung abgezogen, und ich habe, nachdem was ich oben lese, wenig Lust freelancer.com meine Kontonummer mitzuteilen. Meine besten Erfahrungen als Übersetzer habe ich immer noch mit Industrieunternehmen und Anwaltskanzleien, die den Auftrag direkt und ohne Zwischenschaltng von Mittelsleuten oder Agenturen erteilen; mit Ausnahme einer Agentur mit denen ich schon seit Jahren arbeite.

  • Tom 11. September 2015

    Hallo,

    Ich möchte Daten von Sensoren in eine Datenbank schreiben und auch per Highcharts anzeigen lassen. Stichwort: Raspian Pi / DS18B20 / 1-Wire.

    Bin auf der Suche fast durch Zufall auf diese Seite gekommen. Oh Freunde, dachte ich und Freelancer ist die richtige Anlaufstelle.
    Aber wenn ich das so lese, dann ist es wohl besser etwas anderes zu finden.

    Was für deutschsprachige Anlaufstellen gib es denn noch?
    Ich hab sonst mit dem allem nix am Hut.

    Besten Gruß
    ToM

  • Gerhard Haupt 10. März 2016

    Freelancer.com ist Abzocke

    Hatte versucht, über Freelancer.com Programmierer für einen größeren Auftrag zu bekommen. Es sollte schnell gehen, deshalb habe ich für 29 Euro einen Assistenten gebucht – erster Fehler. Der hat letztendlich nur ohne jede weitere Bertung die Bewerber “empfohlen”, die ich ohnehin sehen konnte.

    Beim ersten Chat wurden mir weitere kostenpflichtige Features angeboten, z.B. dass die Bewerber keine Angebote anderer sehen und sich darauf einstellen können – war auch ein Fehler. Es kamen gleich 4 Angebote mit exakt demselben Budget! Und das waren sowie nur Sales Agents, die keine Ahnung von den technischen Anforderungen des Auftrags haben.

    Und nur die Löschung des Projekts – also nur ein Mausklick – kostete noch einmal 5 Euro.

    Freelancer.com sind Abzocker – versprechen einem alles Mögliche, ohne die Gegenleistung wirklich zu erbringen.