Off-Page SEO: Kleine Links mit großer Wirkung

Off-Page SEOIm Grunde geht es bei der Off-Page Optimierung einer Website um den Aufbau von Backlinks. Diese dienen dazu, Google und anderen Suchmaschinen, Aufschluss über die Autorität einer Seite zu geben. Je nach Quantität und Qualität der Links wird die Seite (neben anderen Faktoren) dann in den Suchergebnissen eingestuft. Welche Arten von Backlinks es gibt und wie du diese erhältst, erfährst du im folgenden Beitrag. 

Off-Page Optimierung ist ein Bestandteil der Suchmaschinenoptimierung und weitaus schwerer auszuüben als seitenbezogenes SEO. Da wir als Webmaster keinen Zugriff auf andere Webseite haben, bleibt uns zum Aufbau hochwertiger Links nur die indirekte Beeinflussung anderer Webseitenbetreiber und Blogger.

Bevor ich hier über die verschiedenen Arten und Bestandteile von Links spreche, möchte ich das Wichtigste vorab erwähnen. Content! Ohne gute Inhalte kann kein gutes und vor allem nachhaltiges Off-Page SEO betrieben werden. Kurzfristig mag das noch funktionieren, jedoch nicht, um qualitative Links für langfristigen Erfolg zu bekommen.

Es gibt bestimmte Links, die wir selber setzen können und andere die recht einfach zu erhalten sind – diese haben in der Regel keinen großen (mitunter sogar einen negativen) Einfluss auf das Ranking in Suchmaschinen. Andere Links mit hoher Qualität müssen wir uns “verdienen”. Dies geschieht durch die regelmäßige Veröffentlichung herausragender Inhalte und dem Aufbau von Online Beziehungen.

Links – Diese Faktoren sind wichtig für Suchmaschinen

Der Klick auf Links entscheidet über den Erfolg oder Misserfolg von Unternehmen im Internet. Alle Bemühungen zielen darauf ab, den Besucher zunächst durch einen Klick in den Suchergebnissen, Online Werbung oder sozialen Netzwerken auf die Seite zu locken und dann durch verschiedene Links nach unseren Wünschen durch die Inhalte zu navigieren.

Links müssen nicht immer durch die typischen unterstrichenen und in blau hinterlegten Wörter sein. Sie können sich ebenso in anderen Medien verstecken. Suchmaschinen bewerten diese Links anhand bestimmter Faktoren, die als Teil der Suchmaschinenoptimierung in das Ranking der Seite einfliessen. Auf die folgenden Punkte kommt es Suchmaschinen besonders an:

  • PageRank einer verlinkenden Seite – Wert zwischen 0 und 10, der die Autorität eines Links wiedergibt.
  • Natürlichkeit des Linkaufbaus – Entwicklung der Anzahl und auch Qualität der Backlinks über eine gewisse Zeit. Am Anfang sollten nicht mehr als fünf Links täglich hinzukommen. Die Anzahl sollte dann kontinuierlich zunehmen.
  • Mix der Backlinks – Aus welchen Quellen stammen die Links? Die Herkunft sollte unbedingt variieren, um den Anschein eines natürlichen Linkaufbaus zu geben.
  • TLD-Links oder Deeplinks – wird auf die Homepage oder auf einzelne Unterseiten verlinkt? Auch wenn die TLD-Links überwiegen werden, sollte ein guter Mix erreicht werden.
  • Follow und no-follow – Auch zwischen Links denen Suchmaschinen folgen und nicht folgen, sollte ein guter Mix bestehen (mit Übergewicht der Follow-Links).
  • Einzigartigkeit der verlinkenden Domains – Backlinks von verschiedenen Domains sind besser als viele Backlinks von einer Domain.
  • Position der Links – Ein Link von innerhalb des Textes ist deutlich mehr wert als von anderen Bereichen wie der Sidebar, der Fußzeile, dem Menü oder aus Kommentaren.
  • Aktualität der Links – Es kann eine Weile dauern bis neue Links ihre volle Wirkung in den Suchergebnissen zeigen. Andererseits können ältere Links an Gewicht verlieren.
  • Relevanz der Links – Oft passen gekaufte oder gemietete Links nicht zum Thema der eigenen Website. Suchmaschinen schauen sich die Relevanz der Links an, wobei ein gewisser Anteil an themenfremden Links nicht schädlich sein muss.
  • Ankertext der Backlinks – Ankertext ist der unsichtbare Teil einer Verlinkung, der beim überscrollen sichtbar wird.
    • Ankertext sollte Keywords enthalten, die unbedingt variieren müssen
    • Natürlicher Ankertext enthält oft Phrasen wie “klicke hier” oder “dieser Artikel” und nicht unbedingt nur Keywords
    • Andere Blogger und soziale Netzwerke übernehmen für die Verlinkung oft die Überschrift des Artikels, weshalb dort Keywords enthalten sein sollten
Off-Page SEO - Link und Ankertext

Der Ankertext eines Links ist der unsichtbare Teil, der aber für Suchmaschinen einen wichtigen Ranking-Faktor darstellt

Verschiedene Arten von Links

Es gibt dutzende Möglichkeiten, die Anzahl der Backlinks zu deiner Seite zu erhöhen. Diese unterscheiden sich in der Qualität des einzelnen Links und dem verbundenen Aufwand, um diese zu bekommen. Der Überblick soll dir eine Idee darüber geben, wie viele Optionen es zum Linkaufbau gibt:

Aktiver & Direkter Linkaufbau: Darunter sind alle Maßnahmen zu verstehen, die von dir selbst durchgeführt werden können. Diese Links sind in der Regel nicht viel wert, helfen aber besonders neuen Blogs um in kurzer Zeit erste Backlinks zu erhalten.

  • Artikelverzeichnisse: In diesen Verzeichnissen können einzigartige Artikel veröffentlicht und in der Bio-/Autor-Box ein Backlink gesetzt werden. Achtung: Doppelte Inhalte, die auf der eigenen Website bereits bestehen, werden von Google negativ bewertet.
  • Blog und RSS-Kataloge: Es macht durchaus Sinn, die URL seines Blogs in den qualitativ hochwertigen Katalogen zu hinterlegen.
  • Kommentare: Die Kommentarfunktion auf Blogs sind eine gute Methode, um Links zu hinterlassen und Kontakte herzustellen. Ein guter Mix zwischen follow und no-follow Links ist wichtig. Aber Achtung: Meist werden nur qualitative Kommentare, die einen Mehrwert für den Artikel schaffen, freigeschalten.
  • Gastartikel: Viele Blogger akzeptieren fremde Beiträge zur Veröffentlichung auf der eigenen Seite. Dabei muss das Thema passend und die Qualität des Artikels hochwertig sein. In der Autor-Box kann nach Annahme des Gastartikels ein Link gesetzt werden.
  • Soziale Netzwerke: Nicht nur wenn Beiträge geteilt werden, sondern vor allem in den Profilen von Facebook, Twitter & Co. können Links angegeben werden. Auch wenn es sich oft um no-follow Links handelt, führt dies zu mehr Besuchern.
  • Bookmarking Services: Ähnlich wie in sozialen Netzwerken, können in diesen Services Links in den Profilen angegeben werden. Veröffentlichte Artikel können dann als Lesezeichen gespeichert und damit beworben werden.

Passiver & Indirekter Linkaufbau: Hier verstecken sich die eigentlichen Rohdiamanten, die für Google viel wert sind. Um qualitative Links zu erhalten, kannst du nicht viel mehr tun, als andere Blogger zu motivieren, auf deine Seiten zu verlinken. Dies geschieht durch erstklassige Inhalte und den Aufbau von Beziehungen.

  • Hochwertige Artikel: Erstklassiger Content ist die absolut beste Strategie für nachhaltiges SEO und den Linkaufbau. Es klingt selbstverständlich, ist jedoch die wirksamste Methode, um von anderen verlinkt zu werden. Natürlich nimmt es viel Zeit in Anspruch.
  • Linkbaits: Sogennante Artikelköder, die durch scharfe Kritik oder kontroverse Meinungen ein riesiges Aufsehen erregen und dadurch automatisch verlinkt werden (nicht immer mit positiven Kommentaren).
  • Beziehungen aufbauen: Das beginnt mit Freunden oder Verwandten, die einen Blog betreiben und geht weiter mit neuen Online Bekanntschaften. Wer sich einen Namen in sozialen Netzwerken, durch Kommentare auf fremden Blogs oder Gastartikeln macht, hat gute Chancen, viele Backlinks zu erhalten.
  • Selbst verlinken: Nach dem Motto “Erst geben, dann Nehmen”, solltest du selbst interessante Artikel verlinken und wirst mittelfristig auch Links zurückbekommen.
Off-Page SEO PageRank

Ist das der geheime Suchalgorithmus von Google?

Negativer Linkaufbau: Meiner Meinung nach haben diese Methoden keine Zukunft, da sie durch verbesserte Algorithmen der Suchmaschinen erkannt und bestraft werden. Wer langfristig erfolgreiches SEO betreiben möchte, sollte von diesen Techniken absehen.

  • Linktausch: Du gibst mir einen Link und ich verlinke zurück. Linktausch zwischen zwei Webseiten hat lange Zeit gut funktioniert, wird aber heutzutage von den Suchmaschinen schnell erkannt. 
  • Linkkauf: Vor allem Angebote wie “100 hochwertige Links für 5 Euro” sollten absolut kritisch betrachtet werden. Diese Linkfarmen verkaufen die gleichen Links an tausende Kunden. Was denkst du, wie lange es dauert bis Suchmaschinen dies entdecken…
  • Spam-Links: Links von dubiosen Industrien oder Seiten mit einem negativen Ruf bei Google, können dem eigenen SEO mehr schaden als helfen. Mit der Einführung des Disavow Tools hat Google ein klares Zeichen dazu gesetzt. Es ist wie im wahren Leben: Umgib dich nur mit Leuten bzw. Links, denen du auch deiner Familie vorstellen könntest.

Fazit: Der richtige Mix macht’s

Dieser Beitrag sollte lediglich einen Überblick zu den Ranking-Fakoren für Links geben, die Suchmaschinen berücksichtigen. Außerdem wurden einige Methoden zum Linkaufbau erwähnt. Das Wichtigste bei der Anwendung dieser Techniken, ist es den richtigen Mix zu bewahren. Ich probiere auf meinen Nischenseiten verschiedenen Strategien zum Linkaufbau mit sehr unterschiedlichem Erfolg. Meiner Meinung nach gibt es keine allgemeine Anleitung zum Aufbau von Links, die für jeden gleichermaßen funktioniert.

Suchmaschinen sind immer besser dazu in der Lage, unnatürlichen Linkaufbau ausfindig zu machen und diesen zu bestrafen. Bei jedem Update des Google Algorithmus schlottern einigen Webseitenbetreibern die Knie, da sie ein Abrutschen in den Suchergebnissen befürchten. Wenn du langfristig etwas im Internet aufbauen willst, dann rate ich dir vor allem auf gute Inhalte und kontinuierliche Arbeit zu setzen.

Im nächsten Beitrag werde ich mögliche Schritte beschreiben, mit denen Linkaufbau vom ersten Tag an betrieben werden kann. Dort werde ich auch konkrete Handlungsanweisungen mit aufnehmen und Beispiele geben. Für den Moment bleibt mir nur zu sagen: Machmal ist weniger mehr. Dies gilt auch für das Off-Page SEO. Kontinuität zahlt sich langfristig garantiert aus.

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  • Jochen V.-Wagner 16. Mai 2013

    Hallo Sebastian,

    vielen Dank für den ausführlichen Artikel zum Thema “Links”. Ich konnte mal wieder einige Punkt dazu lernen, die ich vorher in dieser Form nicht beachtet habe. Wie sieht es denn mit versteckten Links aus, die sich vielleicht in Zeichen, z.B. einem Punkt verstecken? Meinst Du, diese werden von Google direkt als Spam erkannt? Ich hoffe jetzt, dass das kein alter Hut ist…habe vor 3 Monaten mit Affiliate gestartet und sammle gerade meine ersten Erfahrungen. VG, Jochen

    • Sebastian Kühn 17. Mai 2013

      Hallo Jochen,
      vielen Dank für den Kommentar. Diese Techniken von versteckten Links (z.B. weiße Schrift auf weißem Hintergrund oder 1-Pixel Links) wurden bereits vor Jahren angewendet und von Google erkannt. Nehmen wir an du “versteckst” einen Link in einem Satzzeichen, dann gilt dieses erst einmal als Ankertext. Nun kann wohl niemand genau sagen, welche Zeichen von Google als Spam eingestuft werden, jedoch ist dieser Ankertext nicht vorteilhaft. Du möchtest immer versuchen themenrelevante Keywords, deinen Namen, die nackte URL oder ähnliches in dem Ankertext haben, der verlinkt wird.
      Ich kann nur dazu raten langfristig keine Black-Hat Methoden anzuwenden, sondern die Zeit zu investieren, um echte, qualitative Links zu bekommen. Grüße, Sebastian

  • Jochen 17. Mai 2013

    Hallo Sebastian,

    danke für den Hinweis. Es liegt ja auch irgendwie auf der Hand: Google wird immer “menschlicher” und beurteilt Links folglich auch auf ihre Natürlichkeit. Ein Link in einem Punkt ist definitiv nicht natürlich;-)

  • Christian 7. September 2013

    Hallo Sebastian,

    auf der Suche nach guten OFF-Page SEO Tipps, bin ich auf deine Seite gestoßen. Durch deinen Artikel konnte ich wieder mein Wissen erweitern. Einige Tipps habe ich auch schon angewendet. Funktionieren tut es auch super. Habe deinen Blog mal unter Favoriten gesetzt.

    Vielen Dank
    Chris

  • hagmann internet agentur 2. April 2015

    Super, vielen Dank für den spannenden Beitrag. Eine spannende Entwicklung, wie Google inzwischen mit dem Ranking von Webseiten umgeht, immer mehr fokussiert auf den echten Content.

    Gruss
    Simon

  • Alex 12. September 2015

    Hallo Sebastian,

    eigentlich habe ich nur eine kleine Anmerkung zu den Anker-Texten… ich weiß nicht, in welchem Zusammenhang der Anker-Text bei einem Link “unsichtbar” sein soll (abgesehen davon, dass man den Link an ein Bild oder ähnliches heftet), denn wenn du dir mal einen Link anschaust, ist der Anker-Text genau der Text, der zwischen den beiden HTML Elementen und steht. Kleines Beispiel aus deinem Blog hier:

    Sebastian Kühn

    Der Anker-Text “Sebastian Kühn” ist natürlich schon sichtbar (und zwar unter jedem Beitrag).

    Von welchem Tool stammte denn der kleine Bildschirmausschnitt, den du in deinem Posting oben eingefügt hattest? Wirkt ein bisschen wie ein WordPress Widget 😉

    Viele Grüße
    Alex