Wie Du die Ladezeit Deiner Website analysierst und halbierst

Schnelle Webseiten sind deutlich im VorteilBestimmt hast du schon davon gehört, dass die Geschwindigkeit für Webseiten immer wichtiger wird. Nur eine einzige Sekunde Verzögerung der Ladezeiten, kann riesige Auswirkungen auf den Erfolg deiner Website haben.

Dieser Beitrag erklärt in drei Schritten: Warum du eine schnelle Website brauchst. Wie du die Ladezeit misst und analysierst. Wie du die Geschwindigkeit deiner Website mit leicht anwendbaren Methoden drastisch verbesserst. Keine Angst, alle Tipps können ohne jegliche Programmierkenntnisse umgesetzt werden.

Warum du eine wirklich schnelle Website brauchst

Es gibt mindestens zwei Antworten auf diese Frage. Besucher deiner Website, speziell Personen die zum wiederholten Male kommen, wollen nicht lange warten, bis die Website komplett geladen ist.

Wie lange wartest du bis du den Ladevorgang abbrichst? Ich habe meist nicht viel länger als zwei bis drei Sekunden Geduld und bin mir sicher, dass es auch vielen anderen Nutzern so geht.

Der zweite Grund ist mindestens genauso wichtig und betrifft Suchmaschinen. Es ist kein Geheimnis mehr, dass Google die Ladezeit einer Website als einen (wenn auch kleinen) Faktor in seinen Suchalgorithmus einbezieht. Du wirst also von Natur aus bessere Rankings mit einer schnelleren Website erreichen.

Indirekt wird das Ranking auch durch die Bounce Rate (Absprungrate) beeinflusst. Je mehr Besucher die Website nach wenigen Sekunden, aufgrund langer Ladezeiten, wieder verlassen, desto weniger relevant ist diese Seite in den Augen von Google.

Auswirkungen längerer Website Ladezeiten

Auswirkungen einer verlängerten Ladezeit um 1 Sekunde (Quelle: Strangeloopnetworks.com)

Die Ladezeit deiner Website beeinflusst im Grunde alle wichtigen Erfolgskriterien. Dazu gehört die Platzierung in Suchmaschinen, Seitenaufrufe, Conversion-Rates und letztendlich die Zufriedenheit deiner Leser. Diese Ergebnisse können sich allesamt mit kürzeren Ladezeiten verbessern.

Wie du die Ladezeiten deiner Website messen kannst

Um eine Website schneller zu machen, gilt es zuerst, die derzeitigen Ladezeiten zu messen. Es gibt eine Reihe von kostenlosen Tools, die sehr gute Analysen zu der Geschwindigkeit von Webseiten geben. Meine favorisierten Anwendungen, die ich regelmäßig nutze, helfen dir sicher auch weiter.

Google PageSpeed Insights – Analyse der Leistungsfähigkeit

Google PageSpeed Insights ToolDas aufschlussreichste Tool kommt direkt von Google selbst. Natürlich ist es im Interesse der Suchmaschine, die Ladezeiten von Webseiten zu verkürzen. Aus diesem Grund liefert PageSpeed Insights Analysen zur Leistungsfähigkeit von Webseiten.

Nach der Eingabe einer URL (ohne Registrierung) werden auf einem Dashboard sämtliche Faktoren dargestellt, die für die Geschwindigkeit einer Seite verantwortlich sind. Neben einer Gesamtbewertung der Website, macht das Tool eine Reihe von detaillierten Verbesserungsvorschlägen, die nach Prioritäten geordnet sind.

Website Ladezeiten messen mit GTmetrixAls Ergänzung zu dem Test mit dem Google PageSpeed Tool, kann ich dir empfehlen, dir die Anwendung von GTmetrix anzusehen. Dort wird neben dem Google Tool auch die Anwendung YSlow von Yahoo genutzt und die Ergebnisse in einem Dashboard sehr übersichtlich dargestellt. Nach der kostenlosen Registrierung kannst du sogar die Entwicklung der Ladezeiten deiner Website überwachen und verschiedene Seiten miteinander vergleichen.

Pingdom – Ladezeiten überwachen und Ausfälle frühzeitig erkennen

Ladezeiten messen und Ausfälle verhindern mit PingdomDas nächste Tool misst nicht nur die Ladezeiten deiner Website, sondern schlägt außerdem Alarm (per Tweet, SMS oder E-Mail), wenn diese für eine bestimmte Zeit nicht erreichbar ist. Die Anwendung von Pingdom ist eigentlich ein Muss, um Ausfälle der Website frühzeitig zu erkennen und zu beheben.

Du kannst dich bei Pingdom mit einem kostenlosen Konto registrieren und die Basisfunktionen nutzen. Diese reichen völlig aus, um die Ladezeiten deiner Website vom Zeitpunkt der Anmeldung an, im Zeitverlauf anzuzeigen. 

Mein Tipp: Zuerst bei Pingdom anmelden und dann den Check mit dem Google PageSpeed Insights Tool oder GTmetrix durchführen. Nachdem du Maßnahmen zur Verbesserung durchgeführt hast, kannst du so auf einen Blick erkennen, welche Änderungen sich wie stark auf die Ladezeiten ausgewirkt haben.

So halbierst du die Ladezeiten deiner Website

Nun zum eigentlichen Kernstück diese Artikels. Was sind die häufigsten Gründe für langsame Webseiten und wie wird die Ladezeit deutlich verkürzt? Nachdem du den Test mit dem Google Tool durchgeführt hast, solltest du bereits eine gute Idee davon haben, was die Ladezeiten deiner Website beeinflusst. Häufige Gründe und Maßnahmen zur Behebung sind diese:

  • HTTP-Anfragen reduzieren. Das können Skripte, Stylesheets, Flash, Bilder, Videos und andere Elemente sein, die geladen werden müssen. Die Größe und Ladezeit der Anfragen kannst du mit dem Google PageSpeed Tool oder GTmetrix analysieren. 
  • Dateien zusammenfassen, komprimieren und cachen. Dies geschieht am besten mit Plugins, welche das Zwischenspeichern der Website ermöglichen, um diese schneller anzuzeigen. Für WordPress gibt es ein großartiges Plugin, das dies bewerkstelligt: W3 Total Cache. Dort muss nur der “Cache” und “Minify” aktiviert werden und die Website lädt garantiert um einiges schneller. Für andere CMS solltest du nach Tools für gzip-Komprimierung suchen.
  • Jeglicher CSS-Code sollte in einem einzigen, externen Stylesheet geladen werden, da dies gecached werden kann. Bei der Optimierung hilft der CSS Formatierer und Optimierer von CleanCSS.
  • Skripte, z.B. Java, sollten ebenfalls zusammengefasst und im Footer der Website oder in einer separaten Datei geladen werden, da diese gleichzeitige Downloads verhindern. Besonders Plugins von sozialen Netzwerken beanspruchen oft lange Ladezeiten. Generell gilt: Stylesheet zuerst, Skripte zuletzt.
  • Bilder und Grafiken sollten auf die benötigte Größe optimiert werden. Bestenfalls png-Format (8-bit) und keine größeren Dateien, als tatsächlich auf der Website angezeigt werden. Nutze beispielsweise die Funktion “für Web speichern” in Adobe Illustrator und Photoshop.
  • Anzahl an Plugins für den WordPress Blog reduzieren. Jedes noch so kleine Plugin benötigt Speicher und Ladezeit beim Aufbau der Seite. Alle Plugins, auf die verzichtet werden kann, sollten daher deaktiviert und gelöscht werden. Um die Plugins mit langen Ladezeiten zu finden, eignet sich die Anwendung von GTmetrics.
Analyse der Website Ladezeiten

Analyse der Website Ladezeiten mit dem Google PageSpeed Tool

Mit Sicherheit gibt es noch zahlreiche weitere Kniffe, um die Ladezeiten einer Website zu verkürzen. Die Anwendung der genannten Tipps sollte jedoch ausreichen, um deine Seite mindestens doppelt so schnell zu laden. Zusammenfassend noch einmal die Basis-Schritte zur Verkürzung von Website Ladezeiten:

  1. Kostenlose Registrierung bei Pingdom, zur Messung von Ladezeiten und Alarmierung bei Ausfällen der Website
  2. Analyse mit dem Google PageSpeed Insights Tool (alternativ GTmetrix) durchführen und Verbesserungsvorschläge ansehen (Performance über 80 ist recht gut)
  3. WordPress Plugin W3 Total Cache (für andere CMS empfiehlt sich die direkte gzip-Komprimierung) installieren und in den Einstellungen “Cache” und “Minify” aktivieren
  4. Vorhandene Plugins ausmisten und nicht benötigte deaktivieren und löschen
  5. Existierende Bilder auf mögliche Reduzierung hin überprüfen (wird vom Google PageSpeed Tool angezeigt)
  6. Für Fortgeschrittene: CSS komprimieren, Skripte in den Footer packen, HTTP-Anfragen überprüfen
  7. Erneut den Google PageSpeed (oder GTmetrix) Test durchführen und Ergebnisse vergleichen sowie die Ladezeiten im Verlauf auf Pingdom anschauen. Ladezeiten halbiert?

Ich hoffe dieser Artikel konnte dir weiterhelfen und die angesprochenen Maßnahmen haben eine deutliche Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit deiner Website. Auch wenn du vorerst mit den Ergebnissen der Ladezeiten zufrieden bist, solltest du mit der Optimierung nie aufhören. Jeder Bruchteil einer Sekunde, der beim Laden der Website gespart wird, ist gleichzusetzen mit mehr Besuchern und bedeutet folglich mehr Erfolg für deine Website.

Mich würde wahnsinnig interessieren, ob und wie stark sich die Ladezeiten deiner Website, nach der Anwendung der Tipps verringert haben? Wenn du noch weitere Vorschläge für schnellere Ladezeiten von Webseiten hast, würde ich mich über einen Kommentar freuen. Alles Gute und viel Erfolg mit deiner Website!

Copyright Artikelbild (c) 123RF Stock Photos

Comments on this entry are closed.

  • Tobi 12. November 2013

    Danke für den Tipp mit dem Plugin W3 Total Cache.
    Das bringt echt was.
    Wie kann ich Browser Caching nutzen?

    • Sebastian Kühn 13. November 2013

      Hi Tobi,
      wenn Du über das Browser Caching im Plugin sprichst, dann am besten nur den Browser Cache in den Allgemeinen Einstellungen aktivieren. Damit wird deine Website im Browser des Lesers “gecached”, wodurch diese bei Aufrufen von anderen Artikeln oder späteren Besuchen deiner Seite nicht komplett neu geladen werden muss. Ich würde davon abraten bei W3 Total Cache erweiterte Einstellungen vorzunehmen, wenn Du nicht genau weißt was Du tust (so wie ich ;)).

  • Holger Fischer 26. Februar 2014

    Ich habe alle Verbesserungsvorschläge umgesetzt und konnte beim Test von Google PageSpeed Insights eine Verbesserung von 72% auf komplette 100% erreichen. Zumindest Stand 26.02.2014 erreicht meine Website jetzt 100%.

  • Christoph 22. Juli 2014

    Kannst du bitte den Artikel anpassen? JavaScript hat NICHTS mit Java zu tun. Neben “Skripte, z.B. Java,” steht das auch in der Infografik.

  • Lothar 15. September 2014

    Hallo Sebastian. Ich habe eine Frage an dich. Irgendwo im Net habe ich mal gelesen. Wenn ein Artikeltext viele Zeilenumbrüche enthält oder Leerzeilen. Das sei schlecht für die Ladezeit. Stimmt das. Oder ist das Humbuck? Ich mag es nämlich, Texte luftig zu machen. Mit Zeilen, die nicht bis ans Ende gehen. Schau dir die Artikel mal an. Dann siehst du, was ich meine. Ich finde: damit muss der Leser zwar etwas mehr scrollen. Weil die Artikel nach unten länger werden. Aber die Zeilen lassen sich sehr leicht lesen. Das Ganze macht nur dann Sinn, wenn die Ladezeit nicht nennenswert darunter leidet. Es wäre schön, wenn du mir deine Meinung schreiben könntest. Vielen Dank!

  • Ralf 27. November 2014

    Hallo,
    wer seine Ladezeit messen möchte und detaillierte Informationen zum Ladeverhalten der gesamten Seite und der einzelnen Elemente sehen möchte, sollte sich das kostenlose Tool von Uptrends ansehen.
    VG
    Ralf

    Einfach URL und Standort auswählen
    LINK: https://www.uptrends.com/de/tools/website-ladezeit-check

  • Daniel 4. Januar 2016

    Hi, ja toll. Ich habe meine Ladezeit auch gut verbessern können dank deiner Tipps. Pingdom ist ein sehr cooles tool. Vielen Dank für die Tipps. Vg Daniel